Leidest du momentan als Fußballer*in unter Leistenschmerzen und bekommst diese einfach nicht in den Griff? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass du einen oder mehrere der fünf folgenden Fehler machst.
Inhaltsverzeichnis
Fehler 1: Schmerzen ignorieren
Schmerz ist immer ein Warnsignal des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Die Ursache dafür, dass dein Körper dieses Signal sendet, ist natürlich ganz unterschiedlich. Wenn du dieses Signal allerdings ignorierst oder z. B. durch Schmerzmittel unterdrückst, schadest du deinem Körper langfristig eher.
Mögliche Folgen sind erneute Verletzungen oder schlechtere Leistungen, da dir eventuell die Sicherheit auf dem Platz fehlt oder die Schmerzen dich in gewisser Weise einschränken. Für ein Spiel kann das natürlich mal gut gehen, aber langfristig tust du deinem Körper damit nichts Gutes und auch dein Erfolg im Fußball kann darunter leiden.
Fehler 2: Fokus auf passive Maßnahmen
Passive Maßnahmen können hilfreich sein und dich bei der Reha definitiv unterstützen. Viele Fußballer*innen machen trotzdem den Fehler und verlassen sich komplett auf Maßnahmen wie Stoßwellentherapie oder ihren Chiropraktiker.
Versteh mich nicht falsch: Diese Interventionen können durchaus helfen. Allerdings werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Ursache für deine Schmerzen beheben. Ein typisches Muster ist, dass nach einer oder mehreren Anwendungen die Schmerzen besser werden und sich das nächste Spiel ohne Beschwerden wieder zum Greifen nah anfühlt. Beim nächsten Training spürst du allerdings wieder Schmerzen und bist verständlicherweise frustriert.
Das Problem ist, dass die meisten Leistenschmerzen im Fußball Folgen von Überlastungen sind [1]. Das bedeutet: Die Belastung auf deinen Körper durch den Fußball ist momentan zu hoch, oder die schmerzhaften Strukturen, wie beispielsweise die Adduktoren sind nicht stark genug.
Werden deine Adduktoren durch Stoßwellentherapie, Osteopathie oder andere Maßnahmen stärker? Leider nicht. Studien konnten zeigen, dass ein aktives Trainingsprogramm deutlich bessere Ergebnisse erzielt als passive Maßnahmen [2].
Nichtsdestotrotz können diese Maßnahmen ergänzend sinnvoll sein. Du solltest dich jedoch nicht davon abhängig machen oder auf Heilversprechen vertrauen.
Fehler 3: Inaktivität
Bei akuten Schmerzen ist der erste richtige Schritt, die betroffenen Strukturen für eine kurze Zeit zu schonen. Bei vielen Sportlerinnen dauert diese Phase allerdings viel zu lange. Das liegt in der Regel nicht an „faulen“ Sportlerinnen, sondern an Empfehlungen durch Gesundheitspersonal.
Das große Problem an Inaktivität ist folgendes: Die Schmerzen entstehen meist durch Überlastung. Durch zu lange Pause wird dein Körper jedoch weniger belastbar. Die Folge ist, dass die Schmerzen beim nächsten Versuch auf dem Platz oft zurückkehren.
Die klare Empfehlung ist daher, möglichst früh ohne die Schmerzen zu ignorieren (siehe Punkt 1) wieder aktiv zu werden, idealerweise in Form eines spezifischen Trainings, das dich belastbarer für den Fußball macht.
Falls du aktuell noch unsicher bist, wie ein gutes Training für deine Leistenschmerzen aussehen kann, sichere dir über das folgende Formular deinen kostenlosen Trainingsplan.
Fehler 4: Wiedereinstieg zu früh
Selbes Spiel: Steigst du zu früh wieder ins Fußballtraining ein, ist dein Körper vermutlich noch nicht bereit für diese Belastung. Ohne eine vernünftige Reha mit Kräftigungsübungen, Sprüngen und Richtungswechseln hast du nahezu die gleiche Ausgangslage wie zu Beginn deiner Schmerzen.
Falls du dich fragst, wann der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg ist und welche Kriterien du erfüllen solltest, lies dir gerne meinen Artikel „Zurück auf den Platz nach Adduktorenverletzung“ durch.
Fehler 5: Kein strukturiertes Training
Dieser Fehler ist in den meisten Fällen entscheidend dafür, warum Fußballer*innen noch nicht wieder schmerzfrei auf dem Platz stehen. Die Bedeutung eines gezielten Trainings sollte im Laufe des Artikels bereits deutlich geworden sein.
Falls nicht, hier noch einmal einige Gründe, warum du für dein Comeback ein strukturiertes Training durchführen solltest:
- Leistungssteigerung
- Reduzierung des Risikos für weitere Verletzungen
- Steigerung des Selbstbewusstseins auf dem Platz
- Alternative sportliche Aktivität, wenn Fußball noch nicht möglich ist
- Mehr Selbstwirksamkeit im Umgang mit deinen Schmerzen
- Gezielte Vorbereitung auf Spielsituationen
- Erhalt bzw. Steigerung der Ausdauerfähigkeit
- …
Die Liste ließe sich noch lange fortführen. Du solltest also nicht länger warten und beginnen, aktiv etwas gegen deine Schmerzen zu tun egal, ob sie akut sind, schon seit Monaten oder Jahren bestehen oder du kurz vor deinem Comeback stehst.
Wenn du diese fünf Fehler in deiner Reha vermeidest, erhöhst du die Wahrscheinlichkeit deutlich, bald wieder auf dem Platz zu stehen. Viel Erfolg dabei!
Abschließend nochmal eine kleine Übersicht:

Falls du weitere Unterstützung für dein Comeback benötigst, trage einfach deine Daten in das folgende Formular ein, ich melde mich zeitnah bei dir.
Literatur
[1] Ayoub, A., Ranger, M., Longmire, M., & Bovid, K. (2025). Adolescent Soccer Overuse Injuries: A Review of Epidemiology, Risk Factors, and Management. International journal of environmental research and public health, 22(9), 1388. https://doi.org/10.3390/ijerph22091388
[2] Weir, A., Jansen, J. A., van de Port, I. G., Van de Sande, H. B., Tol, J. L., & Backx, F. J. (2011). Manual or exercise therapy for long-standing adductor-related groin pain: a randomised controlled clinical trial. Manual therapy, 16(2), 148–154. https://doi.org/10.1016/j.math.2010.09.001

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