Du bist Fußballer und verzweifelst an deiner Schambeinentzündung? Dann ist dieser Artikel genau das Richtige für dich. Denn am Ende wirst du verstehen, was vermutlich der Grund für deine Schambeinentzündung beim Fußball ist und was du dagegen tun kannst.
Inhaltsverzeichnis
Ich bin Nico, Physiotherapeut, und ich habe selbst über drei Jahre unter einer Schambeinentzündung gelitten. Damit du nicht ähnlich lange unter dieser Verletzung leidest, möchte ich mein Wissen aus meiner persönlichen Erfahrung und aus der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz mit dir teilen.
Ein kleiner Spoiler vorweg:
Du bekommst hier keine zwei magischen Übungen gegen deine Schmerzen.
Denn wenn es so einfach wäre, wärst du wahrscheinlich schon längst wieder schmerzfrei.
Also, legen wir los.
Was ist eine Schambeinentzündung?
Dafür schauen wir uns zuerst die Definition der Schambeinentzündung bei Sportler*innen an.
Denn diese unterscheidet sich meistens von einer klassischen Schambeinentzündung.
Eine Schambeinentzündung ist eine chronische, schmerzhafte Überlastungsverletzung der Schambeinfuge und des angrenzenden Knochens [1].
Das entscheidende Wort in dieser Definition lautet:
Überlastungsverletzung.
Das bedeutet:
Bestimmte Strukturen in deinem Körper sind durch die Anforderungen beim Fußballspielen überlastet.
Zu viel Belastung führt dazu, dass deine Schambeinknochen, die Schambeinfuge und möglicherweise auch die dort ansetzenden Muskeln und Sehnen zu stark gereizt werden.
Doch jetzt stellt sich natürlich eine wichtige Frage:
Warum kommt es ausgerechnet bei dir zu dieser Reizung des Schambeins?
Die Ursachen einer Schambeinentzündung beim Fußball
Die Antwort darauf ist leider nicht ganz eindeutig.
Die genaue Ursache einer Schambeinentzündung ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Es gibt verschiedene Theorien, aber einige Faktoren werden aktuell besonders stark vermutet.
Die stärkste Vermutung ist, dass eine zu hohe Belastung der angrenzenden Muskulatur zu einer Überlastung im Bereich des Schambeins führt.
Schauen wir uns das genauer an.
Die Rolle der Adduktoren und Bauchmuskulatur
Sowohl die Adduktoren als auch die gerade Bauchmuskulatur setzen direkt am Schambein an.

Beide Muskelgruppen ziehen dabei in entgegengesetzte Richtungen am Schambein.
Verändert sich die Belastung oder die Spannung eines dieser Muskelansätze, kann sich dadurch die Biomechanik der Schambeinfuge verändern [2].
Das kann wiederum zu einer Instabilität beziehungsweise zu einer höheren Belastung des Schambeins beitragen.
Der Einfluss der Beckenstellung
Auch die Stellung des Beckens scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen.
Wenn dein Becken beispielsweise stärker nach vorne gekippt, seitlich geneigt oder rotiert ist, kann das beeinflussen, wie viel Arbeit die umliegende Muskulatur übernehmen muss.

Dadurch können bestimmte Strukturen stärker belastet werden.
Eingeschränkte Beweglichkeit
Außerdem weiß man, dass Sportler mit einer eingeschränkten Beweglichkeit der Hüfte ein höheres Risiko für eine Schambeinentzündung haben.
Vor allem eine eingeschränkte Innenrotation der Hüfte scheint den Stress auf das Becken zusätzlich zu erhöhen [3].
Auch eine Dysfunktion des Iliosakralgelenks wurde bei Sportlern mit einer Schambeinentzündung häufiger festgestellt.
Du merkst also:
Die Ursache ist nicht eindeutig.
Wahrscheinlich handelt es sich eher um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Warum Schmerzen komplexer sind als eine einzelne Ursache
Es gibt noch etwas ganz Wichtiges:
Schmerzen sind grundsätzlich sehr komplex und lassen sich oft nicht auf eine einzige Ursache zurückführen.
Vor allem dann, wenn sie schon über Wochen oder Monate bestehen, sind sie in der Regel multifaktoriell.
Das bedeutet:
Sie haben nicht nur biologische Ursachen, sondern auch psychische und soziale Einflussfaktoren können eine Rolle spielen.

Ich denke, spätestens jetzt wird die Komplexität einer Schambeinentzündung deutlich.
Und vielleicht verstehst du jetzt auch, warum ein paar Standardübungen allein meistens nicht ausreichen.
Doch damit kommen wir zur nächsten entscheidenden Frage:
Was kannst du jetzt konkret dagegen tun?
Warum die Bezeichnung „Schambeinentzündung“ oft in die falsche Richtung führt
Dafür müssen wir zunächst noch eine entscheidende Frage klären:
Warum sprechen wir eigentlich die ganze Zeit von einer Entzündung, wenn weder in der Definition noch bei den vermuteten Ursachen überhaupt von einer klassischen Entzündung die Rede ist?
Genau hier machen viele Sportler einen entscheidenden Fehler.
Denn bei einer Schambeinentzündung handelt es sich entgegen dem Namen nicht um eine klassische Entzündung des Gewebes.
Das konnte in mehreren Studien gezeigt werden, in denen das verletzte Knochengewebe operierter Patienten genauer untersucht wurde [2].
Jetzt denkst du dir vielleicht:
„Na und?“
Das Problem ist folgendes:
Wie würdest du normalerweise eine Entzündung behandeln?
Wahrscheinlich mit Schonung, entzündungshemmenden Medikamenten, Massagen, Kühlen und ähnlichen Maßnahmen.
Genau das ist langfristig aber meistens der falsche Ansatz.
Warum Schonung alleine meistens nicht ausreicht
Der Grund dafür ist:
Erstens veränderst du dadurch nichts an der eigentlichen Ursache deiner Beschwerden.
Und zweitens und das macht das Problem oft sogar noch größer nimmt deine Belastbarkeit immer weiter ab.
Um das noch einmal zu verdeutlichen:
Wenn du dich über Wochen oder sogar Monate schonst, verändert sich nichts daran, wie dein Körper Belastung verarbeitet.
Gleichzeitig sinkt deine Belastbarkeit immer weiter.
Natürlich können sich die gereizten Strukturen in dieser Zeit etwas erholen. Das ist auch sinnvoll.
Aber sobald du wieder auf dem Platz stehst, kommen die Schmerzen häufig früher oder später zurück.
Warum?
Weil sich an deiner eigentlichen Ausgangssituation nichts verändert hat.
Warum Fußball eine besondere Belastung darstellt
Es kann gut sein, dass du im Alltag nach einer längeren Pause komplett schmerzfrei bist und denkst:
„Jetzt geht es endlich wieder los.“
Aber die Belastung beim Fußball ist etwas völlig anderes.
Sprinten, Schießen, schnelle Richtungswechsel oder Zweikämpfe belasten deinen Körper ganz anders als Spazierengehen oder normale Alltagsbewegungen.
Deshalb reicht es nicht aus, einfach nur schmerzfrei zu sein.
Dein Körper muss wieder lernen, die Belastungen beim Fußball auszuhalten.
Was du gegen deine Schambeinentzündung tun kannst
Die Lösung besteht deshalb darin, zwei Dinge miteinander zu verbinden:
- Die Belastung, die dein Körper beim Fußball erfährt, muss reduziert und angepasst werden.
- Deine Belastbarkeit muss durch gezieltes Training wieder aufgebaut werden
Schritt eins ist also herauszufinden, was bei dir die eigentliche Ursache deiner Beschwerden ist.
Schritt zwei ist, genau dieses Problem mit einem gezielten Training anzugehen.
Individuelle Unterstützung bei deiner Schambeinentzündung
Wenn du als Fußballer*in dabei nicht alleine bleiben möchtest, habe ich aktuell folgendes Angebot für dich:
Du bekommst eine Online-1-zu-1-Betreuung, in der wir gemeinsam die Ursache deiner Schmerzen herausfinden.
Auf dieser Grundlage erstellen wir einen individuellen Trainingsplan, den wir jede Woche anpassen.
Außerdem hast du regelmäßig die Möglichkeit, in Videocalls alle deine offenen Fragen zu stellen.
Vielleicht bist du bei Online-Coachings zunächst skeptisch und das kann ich voll gut verstehen.
Genau deshalb gibt es bei mir ein Fair-Play-Versprechen:
Du zahlst nur so viel, wie es dir wert ist, wieder schmerzfrei auf dem Platz zu stehen.
Sollte einer von uns nach einer gewissen Zeit das Gefühl haben, dass wir nicht weiterkommen, bekommst du dein Geld natürlich zurück.
Das Angebot ist auf fünf Plätze begrenzt.
Wenn du dabei sein möchtest, trag dich einfach über das folgende Formular ein.
Solltest du einen Mannschaftskollegen oder einen Freund/ Freundin mit einer Schambeinentzündung kennen, teile gerne diesen Artikel mit ihm oder ihr.
Falls du dich fragst wie genau dein Weg zurück auf den Fußballplatz aussehen könnte und was du dabei beachten musst, empfehle ich dir diesen Artikel.
Machs gut und bleib sportlich 🙂
Literatur
[1] Diduch, D., & Brunt, L. (2014). Sports Hernia and Athletic Pubalgia (Vol. 85). Springer. p.
[2] Hiti, C.J., Stevens, K.J., Jamati, M.K. et al. Athletic Osteitis Pubis. Sports Med 41, 361–376 (2011). https://doi.org/10.2165/11586820-000000000-00000
[3] Verrall, G. M., Hamilton, I. A., Slavotinek, J. P., Oakeshott, R. D., Spriggins, A. J., Barnes, P. G., & Fon, G. T. (2005). Hip joint range of motion reduction in sports-related chronic groin injury diagnosed as pubic bone stress injury. Journal of Science and Medicine in Sport, 8(1), 77-84.4]

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